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Lernwirksamer Unterricht wird ermöglicht durch ein strukturiertes und zielorientiertes Lernangebot

 

Die Voraussetzungen für einen kompetenzorientierten Unterricht im Zusammenspiel von Konstruktion und Instruktion (gemäßigter Konstruktivismus) werden durch die strukturierte Vorbereitung der Lehrkräfte geschaffen. Ein zielorientiert angelegtes Lernangebot bietet Schülerinnen und Schülern die erforderliche Orientierung und gleichermaßen die nötige Sicherheit für ein selbstgesteuertes und aktives Agieren im Lernprozess.

Die Lehrkraft ...

  • wählt Aufgabenformate, die eine Bearbeitung auf dem jeweiligen Leistungs- bzw. Kompetenzniveau ermöglichen.
  • stärkt Selbständigkeit und Eigenverantwortung durch autonomiefördernde Unterrichtsmaßnahmen.
  • ermöglicht ko-konstruktive Arbeits- und Lernphasen, vor allem kollaboratives Arbeiten an einem gemeinsamen Lernprodukt.
  • ermöglicht Selbstregulation und implementiert eine Feedback-Kultur, sodass Gelingen und Misslingen von Lernen in zielgerichtet gestalteten Phasen reflektiert werden kann.

Die Schülerinnen und Schüler haben ...

  • Prozessklarheit (z. B. Lernweg der Stunde, Abläufe: 1. Think-Pair-Share, 2. Präsentation, 3. Diskussion …).
  • inhaltliche Klarheit (z. B. arbeitsteiliges Recherchieren zu unterschiedlichen Perspektiven oder einzelnen Positionen).
  • Zielklarheit (z. B. Lernprodukt am Ende der Unterrichtsreihe/-sequenz).

Amrhein-Kreml, R., u. a. (2008). Prüfungskultur. Leistung und Bewertung (in) der Schule. Klagenfurt

Artelt, C./Demmrich, A./Baumert, J. (2001): Selbstreguliertes Lernen. In Deutsches PISA-Konsortium (Hg). PISA 2000. Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich. Opladen, S. 271-298.

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus (Hg) (2017): Kompetenzorientierter Unterricht: Leistungserhebung, Leistungsdokumentation und Leistungsbewertung. Mittelschule. Download unter www.isb.bayern.de

Bohl, T. (2001a): Analyse der Fallstudien. In: Grunder, H.-U./Bohl, T. (Hg): Neue Formen der Leistungsbeurteilung in den Sekundarstufen I und II. Baltmannsweiler, S. 273-356

Bohl, T. (2001b): Prozessbeurteilung durch Unterrichtsbeobachtung. In: Unterrichten/Erziehen, 20. Jg./Heft 1, S. 25-29

Bohl, T. (2001c): Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht. Neuwied

Bohl, T. u. a. (2015): „Was bringt diese Aufgabe? Lehrerinnen und Lehrer analysieren das kognitive Potential von Aufgaben“ IN: PÄDAGOGIK 5/2015, S.28-31

Bovet, G. (2011): „Aufgaben- und Problemlösen“. In: Gislinde Bovet/Volker Huwendiek (Hg): Leitfaden Schulpraxis. Berlin: Cornelsen 2011 (6. Auflage), S. 238-252

Eikenbusch, G. (2008): „Aufgaben, die Sinn machen“. Zeitschrift Pädagogik 3/2008. S. 6-10

Helmke, A. (2004): Unterrichtsqualität: Erfassen, Bewerten, Verbessern (3. Aufl.). Seelze: Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung.

Hirt, U./Wälti, B. (2008): Lernumgebungen im Mathematikunterricht. Seelze: Kallmeyer.

Koch, G. (2023): Grundlagen der Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie

Köster, J. (2008): „Lern- und Leistungsaufgaben im Deutschunterricht“. Deutschunterricht 61 (2008), H. 10, S. 4-10

Konrad, K./ Traub, S. (1999). Selbstgesteuertes Lernen in Theorie und Praxis. München.

Krauthausen, G./Scherer, P. (2014): Natürliche Differenzierung im Mathematikunterricht. Seelze: Kallmeyer.

Lersch, R. (2010): Didaktik und Praxis des kompetenzfördernden Unterrichts. In: Schulpädagogik heute, Heft 1, Prolog-Verlag.

Meyer, H. (2004): Was ist guter Unterricht?. Berlin, Cornelsen Verlag.

Renkl, A. u. a. (2003) Cognitive Load beim Lernen aus Lösungsbeispielen. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie 17 (2), 93–101.

Weinert, F. E. (1998): Neue Unterrichtskonzepte zwischen gesellschaftlichen Notwendigkeiten, pädagogischen Visionen und psychologischen Möglichkeiten.

Weinert, F. E. (Hg) (2001): Leistungsmessungen in Schulen. Weinheim u. Basel

Wiater, W. (2021): Unterrichtsprinzipien, Augsburg

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Durch die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz in Form der Bildungsstandards wurde die Auseinandersetzung über schulisches Lernen mit Blick auf eine veränderte Lernkultur forciert. Amrhein-Kreml et.al. wiesen 2008 auf die Schwachstellen von kognitivistischer und konstruktivistischer Lerntheorie hin (vgl. Abb. 1).

Als Lösung formulierten sie den gemäßigten Konstruktivismus (vgl. Abb. 2): „(...) Lernen ist also auch hier nur mit aktiver Beteiligung der Lernenden möglich, braucht aber den Input durch die Lehrpersonen.“ (Amrhein-Kreml, et.al: 2008)

Rainer Lersch (2010) spricht in diesem Zusammenhang von altem und neuem Unterrichtsskript – also von Unterricht nach den so bezeichneten ‚Kriterien guten Unterrichts‘ (vgl. Helmke 2004, Meyer 2004) und kompetenzorientiertem Unterricht. Dabei betont er die Relevanz der Schnittmenge von beiden Skripten (vgl. Abb.3).

„(...) Erstens soll damit angedeutet werden, dass es auch bisher schon immer Unterricht gegeben hat, der (...) auch die Entwicklung von Fähigkeiten oder Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert hat. (...) Das Zweite, worauf diese Schnittmenge aufmerksam machen soll, ist die damit symbolisierte Tatsache, dass offenbar auch der kompetenzorientierte Unterricht nicht ohne die Vermittlung von Inhalten auskommt. (...)“ (Rainer Lersch: 2010)

Beide dargestellten Varianten verweisen auf die Notwendigkeit, dass Lehrkräfte Lerngelegenheiten bereitstellen – diese also vorstrukturieren –, um so den Kompetenzerwerb zu ermöglichen, im Sinne von Konstruktion und Selbstregulati