Lernwirksamer Unterricht wird ermöglicht durch die Förderung der Selbstreflexion
In Zeiten von Digitalisierung und Informationsüberfluss verändert sich das Bildungsverständnis: weg vom reinen Auswendiglernen, hin zur kritischen Selbstreflexion. Diese Kompetenz ist für das nachhaltige Lernen in der Schule und im Beruf essenziell, da sie den Kindern und Jugendlichen hilft, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, um basierend darauf Lernstrategien anzupassen und Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen.
Was bedeutet Selbstreflexion?
Selbstreflexion ist der bewusste Prozess, das eigene Lernen, Denken, Fühlen und Handeln zu hinterfragen und zu bewerten. Sie ist der Schlüssel zum selbstregulierten Lernen und ermöglicht es Lernenden, über eigene Gedanken und Handlungen nachzudenken.
Selbstreflexion in der Schule
Das Bewusstmachen und kritische Hinterfragen der eigenen Kompetenzen sollte bereits in der Schule eingefordert werden. Dies schreiben auch die Lehrpläne der Förder- und Mittelschule vor:
“Als Experten für schulische Lernprozesse und Lerngegenstände begleiten die Lehrkräfte den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler. […] Lehrkräfte gestalten ihren Unterricht auf der Basis von Kompetenzorientierung, Dialog, Partizipation, Flexibilität und Selbstreflexion." (LehrplanPLUS Mittelschule/Bildungs- und Erziehungsauftrag).
Reflexion und Bewertung der eigenen Lernwege treten im kompetenzorientierten Unterricht gleichwertig neben die Erarbeitung, Übung und Anwendung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf Lernen werden damit vertraut gemacht auszudrücken, was und auf welchem Weg sie erfolgreich gelernt haben […].
Warum ist Selbstreflexion bedeutend für ein nachhaltiges Lernen?
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren über ihre Lernfortschritte. Sie entwickeln somit ein Verständnis dafür, welche Lernmethoden funktionieren und welche nicht. Dadurch verbessern die Lernenden ihre Problemlösefähigkeiten: Sie lernen Probleme effektiver zu lösen und ggf. ihre Ansätze zu überdenken und anzupassen.
Durch Selbstreflexion lernen die Schülerinnen und Schüler, Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen. Sie erfahren Selbstwirksamkeit und erkennen, dass sie selbst Einfluss auf ihren Erfolg haben und dass es nicht nur äußere Faktoren sind, die darüber entscheiden, ob sie etwas verstehen oder nicht.
Selbstreflexion hilft den Lernenden, ihre eigenen Leistungen realistisch einzuschätzen und sich ihrer eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Mit diesem Bewusstsein können sie gezielt an den eigenen Schwächen arbeiten und die eigenen Stärken weiter ausbauen.
Selbstreflexion kann dazu beitragen, die intrinsische Motivation von Lernenden zu steigern. Wenn sie verstehen, wie sie lernen und welche Fortschritte sie gemacht haben, fühlen sie sich oft motivierter, weiterzumachen und neue Herausforderungen anzunehmen. Auch Fehler dürfen gemacht werden. Selbstreflexion ermöglicht es, Fehler als konstruktive Lernchance zu begreifen und Lösungen anzupassen.
Selbstreflexion - Umsetzung im Unterricht
Im Unterricht finden sich oft Lernende, die ihr Leistungsvermögen unterschätzen sowie Lernende, die dieses überschätzen. Wie kann die Lehrkraft den unterschiedlichen Charakteren ihrer Schülerinnen und Schülern gerecht werden und eine Kultur der Rückmeldung mit der heterogenen Schülerschaft im Schulalltag trainieren?
Selbstreflexion während der Projektarbeit
Entsprechend den obersten Bildungszielen gehört Förderung derPersönlichkeitsentwicklung zu den Aufgaben der Schule. Die Lernenden sollen bei der Fähigkeit zur Kritikannahme als auch bei der Entwicklung eines realistischen Selbstbildes unterstützt werden. Sehr gut geeignet für die Schulung der Selbstreflexion sind das Projekt, die Projektwoche oder das Probeprojekt (Projektwoche Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben).
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Link: Dokumentationsbögen für Lernentwicklungsgespräche in der Grundschule
- Lernentwicklungsgespräche für die Grundschülerinnen und Grundschüler in Bayern
- Rückmeldebogen / Reflexionsbogen
- Rückmeldebogen mit konkreten Verbesserungsvorschlägen
- Probeprojekt - Vergleich Selbsteinschätzung / Einschätzung Lehrkraft
Weiner, B. (1985): An attributional theory of achievement motivation and emotion. In: Psychological Review